Ein buddhistischer Lehrer erzählte einmal bei einem Vortrag:
„Viele Leute sitzen Zuhause auf dem Sofa und sind mit dem Gedanken oft ganz woanders.
Ich habe gelernt, viel unterwegs zu sein, mit dem Gedanken aber stets bei dem zu sein, was ich tue.“

Diese Idee hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.
Ich spüre häufig bei meinen Aktivitäten, dass ich nicht ganz bei der Sache bin.
Sitze ich im Büro, träume ich z.B. vom Urlaub.
Bin ich verreist, kreisen meine Gedanken um die Aufgaben im Job.

Irgendwie scheinen sich meine Gedanken gerne von meinem physischen Aufenthaltsort zu trennen.
Doch das hat meines Erachtens seinen Preis.
Sobald meine Aufmerksamkeit geteilt ist, kann ich wohl nur schwer konzentriert bei der Sache sein.

Dann gibt es allerdings diese besonderen Momente.
Diese Augenblicke in denen ich hundertprozentig bei einer Handlung bin.
Ein interessantes Gespräch, eine Wanderung in fantastischer Umgebung oder ein wunderschöner Sonnenaufgang.
Diese Erlebnisse fesseln scheinbar mein Augenmerk.
Ich nehme auf, ohne weitschweifig zu denken oder Vergleiche anzustellen.

Oft denke ich während meiner Tätigkeiten, was ich jetzt spannenderes machen könnte.
Oder ich vergleiche, wie gut oder schlecht ich etwas im Gegensatz zu anderen mache.
Doch was bringen mir diese Gedanken?
Sie bringen mich weg von dem, was ich gerade tue.

Eine weitere Hürde ist die eigene Wertschätzung.
Der Unmut, warum ich es nicht besser hinbekomme.
Ich fühle mich dann zunehmend verdrossen und bin dadurch mehr mit mir selbst
als mit meiner Aufgabe beschäftigt.

Es funktioniert natürlich auch in die umgekehrte Richtung.
Hochmütig bin ich der Auffassung, mir stehen interessantere Herausforderungen zu.
Doch letztendlich stehen diese Gefühle zwischen mir und meiner Handlung.
Sie lenken mich ab.

Warte ich zum Beispiel auf jemanden, kann das etwas Besonderes sein.
Ich kann diesen Moment genießen, mich umschauen, meinen Atem spüren,
den Raum deutlicher wahrnehmen, zur Ruhe kommen, froh sein, ein wenig Zeit für mich zuhaben.

Wenn ich es schaffe, meine Situation anzunehmen,
dann kann ich mehr daraus machen.
Ich kann mein Leben immer nur JETZT genießen.
In diesen Augenblick habe ich nur diese Umgebung, diese Menschen.
Was ich daraus mache, liegt an mir.
Gebe ich mein Möglichstes oder bin ich mit meinen Gedanken und Gefühlen woanders?

Lange glaubte ich zudem, wenn ich mein Bestes gebe,
müsste ich permanent Höchstleistungen vollbringen.
Eine Vorstellung die mich stark beunruhigte.
Doch wenn ich mein Bestes gebe, muss ich nicht der Beste überhaupt sein.
Ich bringe meine Fähigkeiten und Möglichkeiten ein.
Nicht mehr und nicht weniger.

Sobald meine Erwartungen und Befürchtungen nicht mehr zwischen mir
und meiner Handlung stehen, kann ich den Augenblick freier genießen.

Ich kann froh den jeweiligen Moment erleben.