Sprache ermöglicht, meine Gedanken und Beobachtungen zu ordnen. Ich kann mit Worten Informationen mitteilen, Erfahrungen austauschen und meinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Sprache ist dabei ein gemeinsamer Nenner für unsere Kommunikation.

Wie informativ und bildhaft ich mich mitteile, hängt von meinem Wortschatz und meinen Vorstellungen ab. Bei dem Wort Baum haben wahrscheinlich viele Menschen unterschiedliche Assoziationen. Manchen erscheint ein bunter Laubbaum im Herbst vor ihrem inneren Auge, anderen wiederum eine Kiefer oder eine Palme.

Begriffe abstrahieren, vereinfachen die Welt auf das jeweilig Nötige. Wenn ich meinem Gast einen Stuhl anbiete, ist es klar, dass es dabei hauptsächlich um eine Sitzgelegenheit geht. Welche Farbe, welches Material, wie viele Beine, welche Form der Stuhl hat, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Sprache vermittelt mir einen Ausschnitt, einen besonderen Blickwinkel auf das Geschehen. Mein Ausdruck ist so etwas wie die Vogelperspektive, ich vereinfache, reduziere vieles, um auf das für mich Wesentliche hinzuweisen. Ansonsten besteht die Gefahr, das jede Erzählung epische Ausmaße annimmt.

Häufig stelle ich fest, wie bereichernd es ist, einmal die Perspektive beim Erzählen zu ändern. Zum Beispiel indem ich einzelne Worte näher beleuchte, sie sozusagen mit einem Vergrößerungsglas anschaue. Was bedeutet das Wort Angst für mich? Was verstehe ich genau darunter? Welche Gefühle löst es in mir aus? In welchen Situationen überkommt mich das beklemmende Gefühl?

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Rumi“]Nicht die, die die gleiche Sprache sprechen, verstehen einander … sondern die, die das gleiche Gefühl teilen.[/pullquote2]

So gewinnen abstrakte Worten Kontur und ich baue regelrecht eine Beziehung zu ihnen auf. Sie werden für mich greifbarer, emotionaler. Ist es nicht eine Form der Achtsamkeit, die eigene Sprache zu erkunden, um sorgsam mit ihr umzugehen?

Zudem kann es in Beziehungen enorm bereichernd sein, sich über bestimmte Worte wie Liebe, Vertrauen und Respekt auszutauschen. Fragen wir doch einmal unsere Partnerin, unseren Partner, was für ihn diese wunderbaren Wörter bedeuten. Und es ist eine weitere Chance, einen lieb gewordenen Menschen besser kennenzulernen.

Vor allem in Diskussionen finde ich es hilfreich, sich über die inneren Bilder auszutauschen. Meinen beide wirklich das Gleiche, wenn über bestimmte Themen geredet wird? Oftmals reden wir uns die Köpfe heiß und merken erst sehr spät, dass wir aneinander vorbei reden, weil wir unterschiedliche Vorstellungen haben.

Bei genauerem Hinschauen können Begriffe Klarheit für uns und andere schaffen. Gerade bei Worten, hinter denen sich viel verbirgt. Dann ist Mut, Offenheit und Geduld wichtig, um zu ergründen, was ich zum Beispiel unter Freundschaft oder Erziehung verstehe.

Und hier finden Sie 2 wunderbare Beispiele, wie man Begriffe erkunden kann …
[fancy_link link=“https://leben-ohne-limit.com/7950/geduld-begleiterin-zu-einem-gluecklicheren-leben/“ target=“blank“ variation=“black“]Geduld – Begleiterin zu einem glücklicheren Leben[/fancy_link]
[fancy_link link=“https://leben-ohne-limit.com/7872/geborgenheit/“ target=“blank“ variation=“black“]Geborgenheit – Was sie uns schenkt[/fancy_link]