Ich fühle mich unzufrieden, ausgelaugt, wütend, ungeliebt und ratlos. Wie bin ich bloß dahin gekommen? All diese falschen Versprechungen und Ratschläge. Suche Dir einen sicheren Job. Passe Dich an. Riskiere nicht so viel. Denke an die anderen. Sei fleißig. Das schaffst Du nicht. Und ich habe das alles auch noch geglaubt. Oder war ich zu bequem, eigene Antworten zu finden?

Sie sagen Dir, Du bist zu jung, zu alt, hast zu wenig Erfahrung, Du wirst scheitern, sei vorsichtig, Du kennst Dich nicht aus. Was glauben Sie? Wen fragen Sie um Rat? Den Arzt, den Partner, die Eltern, die Nachbarin, die Freundin, das Horoskop?

Wie finde ich meine Antwort?

Eine Frage, auf die es für mich keine ultimative Antwort gibt. Sie können Meditieren, Beten, Spazierengehen, Yoga praktizieren, Duschen, Jonglieren, das Universum befragen oder Fallschirm springen. Ich kann Ihnen lediglich sagen, was mir weiter hilft. Faulenzen, Meditieren, Soul Motion und der Kontakt mit inspirierenden Menschen.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Andreas Tenzer“]Verantwortungsvoll handelt nur, wer seiner inneren Stimme folgt. Moral ist Flucht vor Verantwortung.[/pullquote2]

Antworten zu entdecken, in sich zu spüren, ist eine Reise. Wir machen uns auf den Weg und wissen oftmals nicht, was der nächste Tag uns schenkt. Wir glauben, wir kennen den Himmel, die Berge, den Horizont. Doch kennen wir sie wirklich? Sind sie, sind wir nicht jeden Tag anders? Soll ich nun den neuen Job annehmen und das damit verbundene Risiko eingehen? War es richtig, auf den Rat meines Arztes zu hören? Oder ist vielleicht sogar die Frage irreführend?

Wir wünschen uns Antworten. Kleine Wunderpillen, Schritt für Schritt Anleitungen die uns erlösen. Wir wünschen uns Freiheit, Selbstverwirklichung, Erleuchtung und dauerhafte Freude. Wer kann uns sagen, wie das funktioniert? Und das bitte möglichst einfach, schmerzfrei und ohne großen Aufwand.

Sind es nicht vielmehr die Fragen, die den Weg für die eigenen Antworten bereiten? Sind sie nicht viel geeigneter, den inneren Reichtum zu entdecken, als vorgefertigte Antworten und Träume?

Was brauche ich jetzt?
Was tut mir gut?
Welchen Schritt traue ich mir zu?
Was hindert mich, weiter zu gehen?
Was gibt mir Kraft?
Was braucht mein Herz?
Was fühlt sich für mich stimmig an?
Welcher Weg passt für mich?
Was kann ich jetzt tun?
Was sagt mein Gewissen dazu?
Wie reagiert mein Körper?
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?
Möchte ich mich auf den Weg machen, obwohl ich nicht weiß, wie die Reise verlaufen wird?
Bin ich bereit, auf Sicherheit zu verzichten?

Natürlich macht es Sinn, sich Beistand von Freunden und Experten zu holen. Sich zu informieren, welche Auswirkungen meine Entscheidungen möglicherweise haben und vor allem die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es geht nicht um Selbstüberschätzung, Naivität oder gar Ignoranz. Doch führen wir uns stets vor Augen. Wir dürfen mit den Konsequenzen unserer Entscheidung leben. Nicht der Experte oder die vielen Besserwisser.

Möchten Sie wirklich das Haus verkaufen? Die Immobilienpreise sind gut, der Makler sagt, jetzt ist der ideale Zeitpunkt. Fühlt es sich stimmig an, das vom Arzt verordnete Antibiotika zu nehmen? Oder gibt es vielleicht noch andere Alternativen. Der jetzige Job ist gut bezahlt, doch innerlich bin ich kaum noch anwesend. Was tut mir jetzt gut?

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Ernst Ferstl“]Die Stille stellt keine Fragen, aber sie kann uns auf alles eine Antwort geben.[/pullquote2]

Die Antwort liegt manchmal jenseits von richtig oder falsch, logisch und unlogisch. Es geht im Leben halt nicht immer um Gewinnmaximierung, optimale Performance oder den glatten Lebenslauf.

Sich Zeit zu nehmen, bedeutet, Gespür zu entwickeln. Zu lernen, eigene Antworten zu erforschen. Das mag am Anfang mehr Zeit in Anspruch nehmen, als den allgemeinen anerkannten Patentrezepten zu folgen. Auf den schmalen Wegen geht es vielleicht nicht so schnell voran als auf der Autobahn der Gleichförmigkeit. Doch mit hoher Geschwindigkeit in die falsche Richtung zu fahren, muss nicht unbedingt erfüllend sein.