Was hat Selbstverwirklichung mit Selbstorganisation zu tun? Eine ganze Menge finde ich. Ein effektives Management bildet die Grundlage, Zeit und Energie für die wichtigen Dinge im Leben zu haben. Deswegen werden wir in den kommenden Wochen in lockerer Folge ein paar Artikel zum Thema Selbstorganisation posten. Zum Thema Zeitmanagement kann ich Ihnen außerdem die Seite von Ivan Blatter empfehlen.

Wissen Sie, was bei Ihnen momentan alles auf der Agenda steht? Ja? Sämtliche beruflichen wie privaten Aufgaben? Ich wusste es lange Zeit nicht. Und offen gesagt, ich wollte es auch nicht, weil es so viele waren. Natürlich kann jeder von uns spontan ein paar Aufgaben nennen, die anliegen. Das sind meistens die dringenden Themen. Nehmen wir uns ein wenig Zeit, werden uns wahrscheinlich noch jede Menge weiterer ToDos einfallen und sind erstaunt, was in den kommenden Wochen so alles anliegt.

Eine Aufgabenliste zu verwalten, hört sich im ersten Moment vielleicht nicht so spannend an. Und kann doch eigentlich nicht so schwer sein, wenn ich nicht gerade ein Spitzenmanager bin. Also, wo ist das Problem? Die Herausforderung besteht erst einmal darin, sich bewusst zu werden, wo überall ToDos auflaufen. In der Mailbox, im Briefkasten. Klar, das sind die Klassiker. Wie sieht es mit Ihrem Anrufbeantworter aus? Oder was ist mit den mündlichen Zusagen? Den SMS? Den vielen Erinnerungszetteln? Die Dinge, die Sie gerne angehen möchten und erst einmal im Oberstübchen ablegen? Den Anfragen über Social Media?

Als ich das erste Mal alle meine Aufgaben zusammen getragen habe, verging mir nach ca. 30 Minuten die Lust. Blöde Methode dachte ich. Voll frustrierend. Na ja, es lag wohl weniger an der Methode, sondern eher an meiner mangelnden Einsicht. Als meine Liste weit über 100 Punkte beinhaltete, fragte ich mich, wann ich das überhaupt alles machen soll. Mein Körper hatte sich das schon länger gefragt und mir auch entsprechende Signale gegeben.

Natürlich ist es wunderbar, wenn wir interessiert sind, Projekte angehen wollen, viele Ideen haben, inspirierende Menschen kennen und vor Tatendrang sprühen. Um etwas umzusetzen und voran zu bringen, braucht es allerdings auch ein wenig Klarheit und Systematik. Was nützen mir die besten Ideen, wenn ich mich ständig verzettele und letzten Endes nichts auf die Reihe bringe. Genau deswegen ist Selbstorganisation so wichtig.

Was lassen Sie in Ihr Leben?

Also stellen Sie sich der Aufgabe. Bringen Sie den Mut auf und verschaffen Sie sich einen Überblick, was sich alles in den letzten Monaten oder Jahren angesammelt hat. Betrachten Sie den Eingangskorb wie eine Tür. Welche Gäste möchten Sie in Ihr Haus lassen? Wem möchten Sie Ihre kostbare Zeit und Energie schenken? Steht vor Ihrer Tür eine Handvoll Freunde oder haben Sie das Gefühl, dort findet gerade eine Massenkundgebung statt?

Ach ja, Aufgaben können natürlich unterschiedlich groß sein. Keine Angst, ich möchte Sie nicht mit Spitzfindigkeiten langweilen. Ich meine damit nur, dass manche Aufgaben ganze Projekte sind. Zum Beispiel ein Haus bauen, ein Buch schreiben oder einen Blog starten. Diese Punkte dürfen Sie bitte in viele kleine Schritte unterteilen. Und plötzlich werden aus einer Aufgabe 30 Aufgaben. Wahrscheinlich werden spätestens jetzt die ersten Leser aufhören zu lesen.

Sich nicht zu fragen, was auf der Agenda steht, heisst die Augen zu verschließen. Vielleicht kennen Sie noch das „Versteckspiel“ aus der Kindheit. Wenn ich die Augen schließe, sieht mich bestimmt niemand. Vielleicht klappt das ja mit meinen Aufgaben auch.

Der erste Angang mag frustrierend sein. Doch er verschafft Ihnen Klarheit. Nehmen Sie sich bitte die Zeit und klären, was alles auf Sie wartet. Machen Sie die Augen auf.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Shunryu Suzuki Roshi“]Das Wichtigste im Leben ist, sich zu fragen, was das Wichtigste im Leben ist. [/pullquote2]

Zu wissen, was anliegt, hilft in mehrerer Hinsicht. Wir entlasten unseren Kopf, weil wir wissen, wir haben alles notiert. Wir sagen in Zukunft nicht mehr so schnell Ja, denn wir wissen um den Stapel an Aufgaben. Und wir lernen, uns auf die für uns wesentlichen Dinge zu konzentrieren.

Ok, und was mache ich nun mit dieser grauenhaft langen Aufgabenliste? Immer mit der Ruhe. Sie haben erst einmal einen ganz, ganz wichtigen Schritt gemacht. Das finde ich großartig. Klopfen Sie sich auf die Schulter. Sie haben den Mut, dem Chaos ins Auge zu schauen. Sie haben die Courage, etwas in Ihrem Leben ändern zu wollen.

Was ist mir wirklich wichtig?

Vielleicht kommt Ihnen die Frage bekannt vor. Sie ist wohl eine der wichtigsten Fragen im Leben. Was ist Ihnen wirklich wichtig? Worauf möchten Sie Ihren Fokus setzen? Klar wir möchten am liebsten alles und zwar sofort, ohne Anstrengung und auch noch umsonst. Doch das sind leere Werbeversprechen.

Wir dürfen uns entscheiden. Unsere Kraft, Aufmerksamkeit und Zeit ist begrenzt. Gehen Sie in sich. Überlegen Sie, hören Sie auf Ihr Herz, spüren Sie, was Ihr Körper Ihnen mitteilt. Diese Aufgabe gehört übrigens unbedingt in Ihren Eingangskorb! Und zwar am besten jeden Monat.

Und wie Sie Ihre ToDo Listen angehen, pflegen, kommt in einer weiteren Folge.