Manchmal bleibt nicht viel Zeit für eine Entscheidung. Es fehlt die Möglichkeit, lange zu analysieren und andere zu fragen. Wir fühlen uns unter Druck, wünschen uns mehr Zeit. Das kann ich doch jetzt nicht alleine entscheiden!

Oder wir haben uns wochenlang den Kopf zerbrochen, alle Optionen abgewogen, zahllose Tests studiert, Expertenmeinungen eingeholt. Mit dem Ergebnis: Es gibt mehrere gute Lösungen. Na super.

Vielleicht brauchen wir gar nicht mehr so viel Zeit wie in der Vergangenheit, um zu einer für uns stimmigen Lösung zu kommen. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, Entscheidungen mal anders anzugehen. Wäre es nicht schön, einen kleinen Leitfaden zu haben, um relativ kurzfristig zu einer Lösung zu kommen? Geht das überhaupt? Probieren Sie es am besten aus.

3 Fragen

Oftmals vergleichen wir äußere Dinge, wie Kennzahlen, Messwerte, Preise. Wie viel kostest es? Wie schnell, langsam, laut, leise, schwer, leicht ist es? Diese Angaben haben natürlich ihre Bedeutung. Aber sie liefern aus meiner Sicht selten die entscheidenden Antworten, denn es geht nicht um die Rahmenbedingungen.

Worum geht es dann? Um Sinn, Nutzen und Mitgefühl. Viel wichtiger sind die Fragen:
Unterstützt es mich, meine Ziele, meine Werte zu leben?
Wie vielen Menschen hilft es? Mich eingeschlossen.
Wie ist der langfristige Nutzen?

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Jack Kornfield“]Wir müssen unser Leben ohne Idealisierung, ohne Übertreibung oder Sentimentalität untersuchen. Reflektieren unsere Entscheidungen unsere tiefsten Werte?[/pullquote2]

Wie fühlt es sich an?

Logik ist bis zu einem gewissen Grad nützlich und lässt uns die Dinge auf eine bestimmte Art sehen. Neutraler und mit einem gewissen Abstand. Doch die Frage, wie wir innerlich auf Entscheidungen reagieren, sollte nicht unbeantwortet bleiben. Gefühle sind Informationen. Sie zeigen auf, was das Ganze mit mir zu tun hat. Wie ich momentan dazu stehe.

Gönnen Sie sich einen Moment der Ruhe. Vielleicht gehen Sie spazieren. Oder begeben Sie sich an einen Ort, an dem Sie sich wohl fühlen. Lassen Sie am besten die vorherigen Fragen kurz auf sich wirken. Was ist Ihr erster Impuls? Was spüren Sie? Und bitte bewerten Sie Ihre Antworten nicht. Schenken Sie ihnen vielmehr Raum.

Sie können auch bestimmte Optionen Ihrer Entscheidung sichtbar machen. Wenn Sie zum Beispiel umziehen möchten und die Wahl zwischen 2 Wohnungen schwer fällt, nehmen Sie einfach 2 Blätter Papier. Jedes Blatt steht dabei für eine Wohnung. Gehen Sie in sich und legen dann jedes Blatt auf einen für Sie stimmigen Platz im Raum. Jetzt stellen Sie sich auf jedes Blatt für ca. 3 – 5 Minuten. Atmen Sie entspannt und lassen diesen Ort auf sich wirken. Was zeigt sich? Wie wirken diese Orte auf Sie?

Ausprobieren

Gehen Sie los. Es ist etwas grundlegend anderes über etwas nachzudenken, oder es zu tun. Wir grübeln oftmals stundenlang, wie etwas sein könnte, was wäre, was passieren könnte und ob ich das wohl alles schaffe. Im Grunde genommen ist das sinnlos. Wir wissen einfach nicht, was passiert.

Weil wir unsicher sind, denken wir lieber und bleiben unverbindlich. Natürlich kenne ich das auch. Da wird gedacht, überlegt, abgewogen und gezweifelt. Manchmal tagelang. Und was ändert sich dadurch? Nicht viel. Viel zu grübeln kostet auch Energie und Zeit. Und der Erkenntnisgewinn ist in der Regel gering. Zumindest bei mir. Warum? Weil ich die meiste Zeit das gleiche denke und mich im Kreis drehe.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Eckhart Tolle“]Du belastest deinen Verstand mit hundert Dingen, die du in der Zukunft tun wirst oder musst, anstatt dich auf die eine Sache zu konzentrieren, die du jetzt tun kannst. [/pullquote2]

Viel besser ist, einen ersten Schritt zu wagen und damit eine neue Perspektive einzunehmen. Die Energie in das eigene Handeln zu investieren. Ja, das erfordert Mut. Denn manche Träume werden sich in Luft auflösen und andere wiederum in Erfüllung gehen.

Sie finden die neue Kollegin sehr sympathisch, aber trauen sich nicht, sie anzusprechen? Machen Sie es. Niemand findet einen Stummfisch interessant. Nein, Sie brauchen auch nichts super gescheites zu erzählen. Fragen Sie einfach, wie es ihr in der Firma gefällt und das Sie sich freuen, dass Sie hier ist. Mehr braucht es in der Regel nicht, um ins Gespräch zu kommen. Und dann? Das weiß niemand. Es geht um den ersten Schritt.

Das soll alles sein?

Ja. Sichtweise, Spüren, Ausprobieren. Die Sichtweise schafft Orientierung. Das Spüren gibt wertvolle Impulse jenseits der Logik. Und mit dem Ausprobieren überprüfen wir unsere Vorstellungen.

Oftmals hindert uns die Angst, den ersten Schritt zu tun. Angst vor der Ungewissheit, Angst vor dem Neuen, Angst zu versagen. Im Grunde genommen, können wir gar nichts verkehrt machen. Das Leben stellt uns Fragen und wir machen dabei wertvolle Erfahrungen. Es geht nicht um Perfektion, es geht um Weiterentwicklung.