Lange Zeit fragte ich mich, was es mit dem Annehmen auf sich hat. Genauer gesagt, überging ich diese Phase. Wenn mir etwas widerfuhr, habe ich mich entweder gefreut oder geärgert. Die netten Dinge im Leben wie Erfolg, Liebe und Anerkennung kann ich schnell akzeptieren. Auf der Sonnenseite fühle ich mich wohl. Hier brauchte ich nicht lange zu grübeln.

Bei Ablehnung, Reinfällen und sonstigen Katastrophen lautete mein Taktik anders. Da suchte ich schnellstmöglich nach einer „besseren“ Lösung. Versagen fühlte sich für mich höchst unangenehm an. Damit wollte ich nichts zu tun haben. In diesem Fall schaute ich lieber weg.

Annehmen was ist, bedeutet für mich mittlerweile, die Ereignisse eine zeitlang möglichst unbefangen anzuschauen. Ich versuche zu akzeptieren, wie die Dinge momentan sind. Und gebe mir damit den inneren und äußeren Raum, mich besser kennen zu lernen.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Eckhart Tolle“]Der gegenwärtige Augenblick ist, wie er ist. Immer. Kannst du ihn zulassen?[/pullquote2]

Zwischen dem Erleben stehen oftmals meine Erwartungen. Entweder möchte ich Schönes wiederholen oder Unangenehmen schnell aus dem Weg gehen. Erst wenn ich das Geschehen annehme, kann ich davon profitieren. Das bedeutet für mich auf keinen Fall, alles zu erdulden. Von Passivität und Opferhaltung kann keine Rede sein. Annehmen und Hinnehmen sind für mich zwei grundverschiedene Haltungen.

Erfahrungen können wie Geschenke sein. Ich lerne hinzu, wenn ich sie anerkenne. Das gilt für schöne wie auch schmerzhafte Erlebnisse. Der Reichtum des Lebens zeigt sich gerade in seinen zahlreichen Facetten.

Kann ich jedes Geschehen für mich bejahen? Nein, dass gelingt mir nicht. Dieser Anspruch ist für mich zu groß. Doch in den meisten Fällen schaffe ich es mittlerweile. Nicht sofort, aber mit ein wenig Abstand.

Annehmen was ist, beinhaltet auch, das Leben zu bejahen. Weniger in den beengten Vorstellungen zu leben, sondern zu erkennen: Ja so ist es jetzt.