Wir wollen so gerne den einen großen Schritt machen. Raus aus dem Alltag. Einfach ein Buch schreiben und erfolgreich werden. Anderen als Coach zeigen, wie die Dinge sind. Einzigartige Fotos schießen, die uns berühmt machen. Das virale Video drehen, das uns die Türen öffnet. Als Model die Welt erobern. Andere haben es doch auch geschafft.

Und dann melden sich wieder die Stimmen im Kopf. Nein, das wird nichts. Du fängst an zu zweifeln. Die Angst klettert in Dir hoch und hat Dich fest im Würgegriff. Du siehst Dein bisheriges Leben und hast das Gefühl: Das konnte ja sowieso nichts werden. Du denkst an die Zukunft und bekommst weiche Knie.

Du fühlst Dich elend. Verdammt. Eine zentnerschwere Last hält Dich fest. Am besten, ich lenke mich jetzt ab und vergesse ganz schnell meine Träume. Lieber in den alten Trott zurück, da kenne ich mich wenigstens aus. Doch das fühlt sich auch nicht gut an. Im Gegenteil. Je länger Du zögerst, desto miserabler fühlst Du Dich.

Zwischen Stillstand und Deinem ersten Schritt stehen Deine Zweifel, Deine Ängste. Du hast Angst beurteilt zu werden, die Kontrolle zu verlieren. Du fürchtest Dich vor dem Unbekannten. Du stehst Dir selber im Weg. Dabei geht es nur um einen kleinen Schritt, um Bewegung, sich lösen aus der Starre. Es geht nicht um Erfolg, um Ruhm und Geld. Es geht um Dich. Dass Du machst, was Dich berührt, was Dich begeistert. Es geht um Deine Lebendigkeit.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Kodo Sawaki“]Tue einfach das, was du tust, ohne über Gewinn oder Verlust nachzudenken. Gib alle Kraft, die du hast, hin an diesen einen Augenblick.[/pullquote2]

Ich glaube, viele von uns möchten gerne gleich etwas ganz Großes bewegen. Bloß kein Mittelmaß sein. So nach dem Motto: Entweder ich mache es gleich richtig gut oder ich mache es gar nicht. Wir sind oftmals so mit unseren Vorstellungen und Zweifeln beschäftigt, dass kaum noch Energie übrig bleibt, den ersten Schritt zu wagen. Und übersehen dabei, dass die vielen kleinen Schritte entscheidend sind.

Es gilt, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. In der Vergangenheit hat vielleicht einiges nicht so geklappt. Na und? Ist halt vorbei. Stecken wir da am besten keine Energie mehr rein. Keine Ausflüche, keine Schuldzuweisungen. Bringt einfach nichts und kostet nur Kraft. Kraft die wir jetzt brauchen.

Vor allem ist Entspannung angesagt. Klar da sind die Zweifel. Geben wir es zu. Ja, wir haben Angst, weil wir nicht wissen, was auf uns zukommt. Ist völlig ok. Machen wir nicht auf obercool, auf Oberchecker. Kostet auch ne Menge Kraft. Und genau: Die brauchen wir jetzt.

Da stehen wir nun. Die Vergangenheit war nicht optimal und zittrige Knie haben wir auch noch. Weder reich, noch berühmt, keine Kontakte zu den Erfolgreichen, nicht erleuchtet und noch nicht einmal von der Muse geküsst. Ja, das ist der Anfang. Schonungslos. Ehrlich. Damit können wir anfangen. Keine Ausflüchte mehr, keine schwachsinnigen Illusionen. Den ersten Schritt wagen, beinhaltet auch, sich bewusst zu machen, wo ich jetzt stehe. Mich und meine Zweifel anzunehmen.

Angst ist oftmals nur ein Zeichen, dass wir unsere Grenzen spüren. Das Alte passt nicht mehr. Wir möchten auf zu neuen Ufern. Unsere Grenzen erweitern. In unser Brust schlagen zwei Herzen. Wir sehnen uns einerseits nach Sicherheit und wünschen uns andererseits Weiterentwicklung.

Unternehmen wir den ersten Schritt. Jetzt! Wir fangen an zu schreiben, zu malen, zu fotografieren, zu dichten, zu entwerfen. Und dann folgt jeden Tag ein weiterer Schritt. Wir brauchen unser Leben nicht total zu verändern. Wir brechen in kleinen Etappen in eine neue Realität auf. Und wir spüren, wie sich das anfühlt. Ohne den ganz großen Druck.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Erich Fromm“]Ungewissheit ist gerade die Bedingung, die den Menschen zur Entfaltung seiner Kräfte zwingt.[/pullquote2]

Jeder Tag bietet eine neue Chance. Neue Leute begegnen uns. Die Welt bietet fantastische Möglichkeiten. Das Wichtigste jedoch ist: Wir fangen an zu leben, wir machen das, was uns begeistert. Das Leben fängt an zu pulsieren. Das ist es, was zählt.

Viele meinen, etwas Einzigartiges zu erschaffen, bedeutet, den Bestseller zu schreiben, den Megaerfolg zu haben. Wir erschaffen etwas Einzigartiges, wenn wir uns auf den Weg machen. Wenn wir unsere Fähigkeiten erproben, unsere Eindrücke zum Ausdruck bringen.

Braucht die Welt noch ein weiteres geniales Buch, einen neuen Blockbuster, eine tolle App, eine ausgefallene Kollektion? Nein, ich glaube nicht. Aber was die Welt braucht, sind lebendige, frohe Menschen. Wunderbare Menschen wie Dich.

Wir glauben gerne, jede Menge Zeit zu haben. Bevor ich mir nicht hundertprozentig sicher bin, warte ich lieber noch ein wenig. Lieber keine Entscheidung treffen, als eine falsche. Doch machen wir uns bewusst: Wir treffen immer ein Entscheidung. Abwarten ist auch eine Entscheidung. Nichtstun ist eine Entscheidung. Unsere Entscheidung, unsere Antwort auf das Leben.

Wovor hast Du Angst? Schaue in den Spiegel. Spüre Deinen Atem. Spüre den Boden unter den Füßen. Woran zweifelst Du jetzt? Sind diese Gedanken wirklich so stark, dass sie Dich an dem ersten Schritt hindern? Was brauchst Du, um Dich auf den Weg zu machen?