In den letzten Jahren bekam ich zusehends das Gefühl, dass in meinem Leben etwas nicht stimmte. Ich war den ganzen Tag in Aktion und oftmals auch die halbe Nacht. Und trotzdem spürte ich kaum Zufriedenheit.

Also entschloss ich mich, einen anderen Weg einzuschlagen. Einen Weg mit weniger Aktionismus und mehr innerer Ruhe. Doch wie soll das funktionieren, wenn der Tag ausgebucht ist?

Zuerst musste ich 3 grundlegende Probleme lösen.
1. Was ist mir wirklich wichtig?
2. Wie finde ich die Zeit, um meinem Leben eine neue Richtung zu geben?
3. Wie kommt mein Umfeld damit klar?

Der erste Punkt ist der Wichtigste. Was liegt mir am Herzen? Was erfüllt mich? Hier entsteht für mich die grundlegende Motivation für Veränderung. Diesen Antrieb werde ich dringend benötigen, um neue Wege zu gehen. Worauf kann ich verzichten? Manche Dinge können leicht unter den Tisch fallen. Bei einigen Themen ist es wahrscheinlich höchste Zeit. Wenn möglich, ist es noch wichtig, einen guten Abschluss zu finden.

Veränderung erfordert Zeit und Energie. Beides ist kostbar. Gerade wenn der Tag vollgepackt ist, fällt es schwer, zusätzliche Kräfte zu mobilisieren. Für mehr Klarheit ist es notwendig, zu überblicken, wie die eigenen Aktivitäten verteilt sind. Nach welchen Kriterien setze ich meine Schwerpunkte? Habe ich Verpflichtungen angenommen? Wie sieht mein typischer Tagesablauf aus?

Veränderungen betreffen meistens nicht nur mich. Gehe ich neue Wege, reagiert mein Umfeld oft nicht begeistert. Denn wenn ich mich verändere, sind meine Mitmenschen auch gefordert. Hier kann ich versuchen, mir Unterstützung zu holen, indem ich mit den beteiligten Personen spreche.

Entscheidend für Veränderungen ist aus meiner Sicht die innere Verpflichtung. Vor Augen zu haben, dass eine Kurskorrektur wichtiger ist als alles andere. Wenn ich nicht deutlich spüre, mein Leben umkrempeln zu müssen, dann werde ich auch nicht die schwierigen Veränderungen durchführen, die nötig sind.

Wie geht es weiter?

Mit einem motivierenden Ziel vor Augen, unternehme ich zunächst kleine Schritte. Aus meiner Sicht ist es ungünstig, gleich die großen Themen anzugehen. Bei einem Scheitern besteht schnell die Gefahr, ganz aufzugeben. Ein Läufer wird zum Beispiel nicht ohne entsprechende Vorbereitung zu einem Marathon starten.

Letztendlich sind Klarheit und Einfachheit das Ziel. Ich darf lernen, meine kostbare Lebenszeit für Herzensangelegenheiten zu nutzen. Wenn ich dagegen nicht weiß, was ich will, kann ich keine Schwerpunkte setzen. Ich verliere die Orientierung.

Deswegen geht es im Kern um Vereinfachen. Immer mehr wegzulassen, was mir wenig bedeutet. Das bedeutet, Nein zu sagen. Nein zu Gewohnheiten, manchmal auch Nein zu Freunden.

Das kann schmerzhaft sein. Oder auch befreiend. Um mehr Aufschluss zu gewinnen, treffe ich manchmal befristete Entscheidungen. Ich probiere eine zeitlang aus, wie es sich anfühlt, eine bestimmte Sache wegzulassen. Danach kann ich neu entscheiden.

Mit der Zeit kann ich immer mehr Automatismen, Marotten und Eigenarten ins Museum schicken. Durch die Einfachheit gewinne ich zunehmend an Klarheit und Spielraum für die wichtigen Dinge.